Original Call-out: Organising for AFem2014: an anarcha-feminist conference in London

Who are we?

We are a group of anarcha-feminists of varying genders, backgrounds and histories, who have come together to organise an anarcha-feminist event. We want to use it to build concretely towards the transformation of our own experience, and towards toppling the institutions and ideas which oppress us.

What is AFem2014?

AFem2014 will be the first of what we hope will be a series of international anarcha-feminist conferences. The need for this has been obvious for a long time within anarchist organising. Efforts to shut us down, belittle our ideas, and physically assault and abuse us have led to a level of anger against the masculinisation of our movement. We are not represented in equal numbers and often are not taken seriously. Whilst on paper we are equal, we sometimes face oppression even in our own groups and organisations. Barriers to our full political participation remain intact. This means that our anarchist movement is not truly ‘anarchist’. We will no longer tolerate this. We want to transform our movement.

Furthermore, in wider society, the supposed gains of liberal feminism have not brought equality. Mainstream reformers and authoritarian-left political parties achieve little for us. This is the case in legal, economic, social and political terms, and in personal relationships.  As we work toward a feminist conference which will have class-struggle anarchism and the fight for economic equality at its heart, we know that capitalism is not the only enemy. We are kept down and divided by many different kinds of oppression, overlapping and intersecting in complex ways. Racism, ableism, trans*phobia, ageism and oppression relating to religion or culture are common forms we encounter, but there are many more. These can impact on us as much as economic exploitation, and sometimes more immediately so.

As such, we understand anarcha-feminism not just as a response to anarchism and feminism. Anarcha-feminism is an anti-authoritarian, anti-oppressive critique of the capitalist kyriarchal form, and a weapon we can use in our daily lives. We want to explore the intersections between oppressions, developing theory, learning from others and arriving at practical outcomes.

Who is the conference open to?

Although this conference is not open to cisgender men (men who are comfortable with the gender they were assigned at birth), it is open to people of all other genders and none. It actively hopes to engage with trans*, genderqueer, gender fluid and non-binary people, as well as with cisgender women. We will not take a policing stance around gender presentation at the conference, but we will not hesitate to challenge trans*phobic, cissexist or binarist language, behaviour and attitudes.

How will the conference be structured and organised?

We propose a structure of intersecting, thematic meetings and strands, with outcomes by the end of the conference which we can take away with us, use and build on. We invite people to initiate meetings and whole strands with a focus on anarcha-feminist analysis and activity. These strands should include those self-organised by people of colour, trans*, genderqueer, gender fluid and non binary people, sex workers, disabled people and people with mental health issues. We are committed to doing what we can to involve a diverse range of people in our organising, so such strands will be supported and resourced as a priority through the wider project. To support the full and free participation of those encouraged to attend, the conference will have an explicit and meaningful safer spaces policy.

Please get involved

The conference was the initiative of anarcha-feminists within the Anarchist Federation (AF, Britain) and the organising group now includes representatives of the International of Anarchist Federations (IFA-IAF) and its member federations, the Solidarity Federation (SF-IWA) and a growing number of non-aligned and autonomous anarcha-feminists. There are a lot of things that we need to do, and we invite you to get involved to help shape this exciting event, in terms of ideas, concepts, and practical organising.

Please get in touch if you agree with the approach above and would like to join the organising group, as an individual or as a delegate, including if you would like to participate in or help organise a specific meeting or strand.

Please also circulate this statement widely within your groups, organisations and networks, and get them to join the list of supporters and contributors.

Please help us raise money for the event. The more we get, the more inclusive and international the conference can be.

Looking forward to working with you…

AFem2014 Organisers

 January 2014 

Email: afem [at] afed [dot] org [dot] uk


AFem2014 organisieren: eine anarcha-feministische Konferenz in London am Sonntag, 19. Oktober 2014 (13.01.2014)

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe von Anarcha-Feminist_innen verschiedenen Geschlechts und unterschiedlicher Hintergründen, die zusammen gekommen sind, um ein anarcha-feministisches Event zu organisieren. Dieses wollen wir nutzen, um konkret auf Veränderungen unserer eigenen Praxis hinzuarbeiten und darauf, die Institutionen und Ideen, die uns beherrschen, zum Umsturz zu bringen.

Was ist AFem2014?

AFem2014 wird der erste Teil einer (hoffentlich) kommenden Serie internationaler anarcha-feministischer Konferenzen sein. Die Notwendigkeit dafür ist innerhalb anarchistischer Organisierung schon lange offensichtlich.

Versuche, uns stillzustellen, unsere Ideen schlecht zu machen oder zu verniedlichen, sowie körperliche Übergriffe und Vergewaltigungen haben zu einer gewissen Wut auf die Maskulinisierung unserer Bewegung geführt. Wir sind nicht zu gleicher Zahl repräsentiert und werden oft nicht ernst genommen. Während wir auf dem Papier gleichberechtigt sind, stehen wir manchmal selbst in unseren eigenen Gruppen und Organisationen Unterdrückung gegenüber.
Hindernisse für unsere volle politische Teilhabe bleiben intakt. Das bedeutet, dass unsere anarchistische Bewegung nicht wirklich ‘anarchistisch’ ist. Wir werden das nicht weiter tolerieren. Wir wollen unsere Bewegung verändern.

Zudem haben, betrachtet man die breite Gesellschaft, die vermeintlichen Errungenschaften des liberalen Feminismus keine Gleichberechtigung gebracht. Etablierte Reformer_innen und autoritär-linke Parteien erreichen wenig für uns. Das trifft auf rechtlichem, ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet zu, sowie auf persönliche Beziehungen. Wenn wir an einer feministischen Konferenz arbeiten, in deren Zentrum klassenkämpferischer Anarchismus und der Kampf für ökonomische Gleichstellung stehen werden, wissen wir, dass der Kapitalismus nicht der einzige Feind ist. Wir werden klein gehalten und voneinander getrennt durch viele Arten der Herrschaft, die sich in komplexer Weise kreuzen und überlappen.

Rassismus, Ableism*, Trans*phobie, Ageism* sowie Unterdrückung in Zusammenhang mit Religion oder Kultur sind verbreitete Formen, denen wir entgegentreten, aber es gibt viele mehr. Dies kann sich ebenso stark auf uns auswirken wie ökonomische Ausbeutung – und manchmal noch viel unmittelbarer.

Daher verstehen wir Anarcha-Feminismus nicht als bloße Antwort auf Anarchismus und Feminismus. Anarcha-Feminismus ist eine anti-autoritäre, unterdrückungs- und herrschaftsfeindliche Kritik der kapitalistischen kyriarchischen1 Form sowie eine Waffe, die wir in unserem täglichen Leben nutzen können. Wir wollen Überschneidungen zwischen Herrschaftsformen untersuchen, Theorie entwickeln, von anderen lernen und bei praktischen Schlussfolgerungen für die Praxis ankommen.

Für wen ist die Konferenz offen?

Die Konferenz ist nicht offen für cis-Männer (Männer, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, wohlfühlen), allerdings offen für Menschen aller anderen Geschlechter bzw. keinen Geschlechts. Sie bemüht sich, ein Ort für trans*, queere und nicht-binäre2 Menschen sowie Menschen unklaren oder fließenden Geschlechts zu sein, ebenso wie für cis-Frauen. Wir werden auf der Konferenz keine Geschlechts-Darstellungen kontrollieren, allerdings werden wir nicht zögern, trans*phobe, cis-sexistische oder binaristische Sprache, Verhalten oder Grundhaltungen anzugehen.

Wie wird die Konferenz strukturiert und organisiert sein?

Wir schlagen eine Struktur sich überschneidender thematischer Treffen und Themenblöcke vor – mit Ergebnissen am Ende der Konferenz, die wir mitnehmen, nutzen und auf die wir aufbauen können. Wir laden Menschen dazu ein, Treffen und ganze Themenstränge zu initiieren, mit dem Fokus auf anarcha-feministischer Analyse und Praxis. Darin sollen von people of color*, trans*-, genderqueeren und nicht-binären Menschen, Sexarbeiter_innen sowie körperlich und psychisch behinderten Menschen selbstorganisierte Stränge enthalten sein. Wir sind verpflichtet, unser Mögliches zu tun, eine breites Spektrum von Menschen in unsere Organisierung einzubeziehen, weshalb solche Stränge durch das ganze Projekt hindurch prioritär unterstützt und mit Mitteln ausgestattet werden. Um zur vollen und freien Teilnahme der zum Kommen Aufgerufenen beizutragen, wird es auf der Konferenz eine klare und bedeutungsvolle safer spaces-Politik3 geben.

Bitte bringt euch ein

Die Konferenz was eine Initiative von Anarcha-Feminist_innen innerhalb der Anarchist Federation (AF, anarchistische Föderation Großbritannien) und die Organisationsgruppe schließt Repräsentant_innen der International of Anarchist Federations (IFA-IAF) und ihrer Mitglied-Föderationen ein, der Solidarity Federation (SF-IWA) sowie einer wachsenden Zahl ungebundener und autonomer Anarcha-Feminist_innen. Es gibt viel zu tun und wir laden euch ein, mitzumachen und uns zu helfen, dieses aufregende Ereignis zu gestalten; mit euren Ideen, Konzepten und in der praktischen Organisation.

Bitte nehmt Kontakt auf, wenn ihr mit dem obenstehenden Ansatz einverstanden seid und euch der Organisationsgruppe anschließen möchtet, als Einzelne_r oder Delegierte_r, oder wenn ihr ein bestimmtes Treffen bzw. Themenstrang mitorganisieren oder daran teilnehmen wollt.

Bitte streut dieses Statement breit innerhalb eurer Gruppen, Organisationen und Netzwerke und bewegt sie dazu, zu Unterstützer_innen und Mitwirkenden zu werden.

Bitte helft uns, Geld für dieses Ereignis zu beschaffen. Je mehr wir bekommen, umso inklusiver und internationaler kann die Konferenz sein.

Es freuen sich darauf, mit euch zusammenzuarbeiten…

…die Organisator_innen des AFem2014

Januar 2014

Email: afem [at] afed [dot] org [dot] uk

Anmerkung zur Übersetzung:

Wenn ihr den Text diskutiert, kommentiert oder kritisiert, bedenkt bitte, dass Übersetzungen es immer schwer haben, alle Implikationen oder auch den Tonfall adäquat wiederzugeben. Begriffe aus den gender und queer studies ins Deutsche zu übersetzen, ist schwierig. In deutscher Sprache an englischssprachig schon lange geführte Diskurse anzuknüpfen, ist schwierig. Erst recht, wenn man darin, wie ich, nicht geübt ist. Man hätte noch viel mehr Erklärungs- und Anmerkungs-Fußnoten einbauen können. Aber: Zu viele Fußnoten und zu langer Text sind auch schwierig. Verbesserungsvorschläge: gern! Die Übersetzerin.

1Kyriarchie: miteinander verbundene, interagierende, multiplikative Systeme von Herrschaft und Unterwerfung, in denen dieselbe Person in einem Kontext Unterdrückte und in einem anderen Kontext privilegiert sein kann. Wird z.B. im Feminismus zur Erweiterung des Begriffs des Patriarchats genutzt. (Anm. d. Übers.)

2binär: zweiteilig, bezieht sich hier auf oft unhinterfragtes, ausschließliches Modell der Zweigeschlechtlichkeit (Anm. d. Übers.)

3safer space: ‘sichererer’, geschützterer Raum; bezieht sich hier auf diskriminierungskritische Praxis. Beispielsweise kann ein Raum geschützt, bzw. geschützter als andere, vor rassistischer Diskriminierung sein, wenn er privilegierte weiße Menschen ausschließt (Anm. d. Übers.).

4Es gab und gibt eine breite, teils hoch emotionale Diskussion, die zu verfolgen interessant ist. Um mal ein Diskussionsfeld zu umreißen: Sind trans*Männer keine ‘richtigen’ Männer, auch wenn sie dies sein wollen? Wie lässt sich die gemeinte Unterdrückung treffend benennen? Werden trans*Männer ‘als Frauen’ unterdrückt? Oder ‘aufgrund ihres Geschlechts’ – das aber in diesem Fall gar nicht ‘ihres’ ist? Wie ist das bei trans*Frauen? In diesem Text lautet die Formulierung nun ‘gender oppressed people’. Dies mit ‘geschlechtlich unterdrückt’ zu übersetzen, kennzeichnet Geschlecht nicht als konstruiert. Deshalb wähle ich lieber Formulierungen wie ‘im Zusammenhang mit’ / ‘in Bezug auf’ / ‘aufgrund von Geschlecht” – also: weil so etwas wie Geschlecht existiert… Vielleicht wäre ‘sexistisch unterdrückt’ noch besser? (Anm. d. Übers.)

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